Adelheid Mayer

Adelheid Mayer, geborene Kretzschmar, wurde 1926 in der Nähe von Dresden, geboren, wo sie bis zum Abitur 1944 lebte. Anschließend musste sie Kriegshilfsdienst für Nazideutschland leisten. Auf den Faschismus folgte der Stalinismus. Ein Studium war Adelheid Kretzschmar nicht gestattet, stattdessen absolvierte sie eine Schauspielschule in Dresden. Es folgten Engagements an verschiedenen deutschen Theatern. Sehr bald jedoch bekam sie am Leipziger Theater politischen Druck zu spüren: Nur wer von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) überzeugt war, bekam bedeutende Rollen. Als sich Adelheid Kretzschmar weigerte, der SED beizutreten, bekam sie nur noch winzige Rollen und beschloss, nach Erfüllung ihres Jahresvertrags die DDR zu verlassen. Doch es sollte anders kommen: Bertold Brecht, führte in Leipzig im Winter 1949 als Gastregisseur sein Stück Die Mutter auf. Adelheid Kretzschmar wurde von ihm für eine Hauptrolle ausgewählt und hatte Erfolg. Das enttäuschende Verhalten Brechts, der sich seine Arbeit in der DDR in Westmark (das Vierfache der Ostmark) bezahlen ließ, bestärkte sie jedoch in ihrem Entschluss, das Land zu verlassen. Um sich eine Überlebenschance im Westen zu sichern, erlernte sie ab Frühjahr 1950 in Dresden das Schneiderhandwerk, legte 1952 ihre Gesellenprüfung mit Auszeichnung ab und verließ im Jahr 1953 die DDR, um an der Hochschule für Bildende Künste in Westberlin Modegrafik zu studieren. 1957 beendete sie ihr Studium und arbeitete als Entwurfsdirektrice in Westberliner Modehäusern, später in der Schweiz. Sie entwarf nicht nur Modelle sondern leitete auch die Fabrikation, Kalkulation, Einkauf und Versand. In Zürich lernte Adelheid Kretzschmar 1968 ihren späteren Mann, Dr. Georg Mayer, kennen, der von 1928 bis 1971 ein Konfektionskaufhaus in Istanbul führt. Nach Schließung der Firma übersiedelte Georg Mayer nach Wien, wo er und Adelheid Kretzschmar 1972 heirateten. Nach seinem überraschenden Tod 1974 kehrte Adelheid Mayer nach Zürich zurück, studierte dort Angewandte Psychologie und beendete ihr Diplomstudium im Jahr 1979. Als Psychotherapeutin eröffnete sie in der Folge eine Praxis für Gesprächstherapie. Später studierte sie die ganzheitliche Feldenkrais-Methode. Neben ihrer Praxis in Zürich lehrte sie auch als Feldenkrais-Gastdozentin an der Dresdner Volkshochschule. Im Jahr 2005 übersiedelte sie von der Schweiz nach Dresden und drei Jahre später nach Berlin, angezogen von den unzähligen künstlerischen Angeboten dieser Weltstadt. Adelheid Kretschmer beschäftigt sich nun als Hobby mit mittelalterlicher Kunstgeschichte.

 

Bei Mandelbaum sind erschienen:

Fast wie Geschichten aus 1001 Nacht

 

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