Birgit Englert, Ingeborg Grau, Andrea Komlosy (Hg.)


Nord-Süd-Beziehungen

Kolonialismen und Ansätze zu ihrer Überwindung

»Nord-Süd-Beziehungen« sind eine ebenso gängige wie irreführende Bezeichnung für die ungleiche internationale Arbeitsteilung, die die Welt spätestens seit dem Ausgreifen europäischer Seefahrer, Händler und Missionare nach Übersee prägt. Nord steht dabei für die Träger und Akteure europäischer Expansion, Süd für die davon Betroffenen in Lateinamerika, Asien und Afrika. Die daraus resultierende Abhängigkeit und die koloniale Inbesitznahme als »Nord-Süd-Beziehungen« zu bezeichnen, verschleiert das Machtverhältnis, das der kolonialen Expansion zugrunde lag.
Im Ansprechen und Aufdecken verborgener Machtbeziehungen löst sich Nord-Süd von seiner geographischen Verortung und wird zum Inbegriff eines auf Ungleichheit basierenden und stets wieder Ungleichheit hervorbringenden Dominanz- und Abhängigkeitsverhältnisses. Dieses findet sich in der Geschichte nicht nur zwischen den europäischen Kolonialmächten und dem Süden, sondern auch im Verhältnis der europäischen Großmächte zu den inneren Kolonien in Ost- und Südosteuropa. »Nord-Süd-Beziehungen« existieren so gesehen weltweit und auf jeder räumlichen Ebene - lokal bis global.

 

Von Birgit Englert sind im Mandelbaum Verlag auch lieferbar:

Qualitative Methoden in der Entwicklungsforschung

Birgit Englert, Ingeborg Grau, Andrea Komlosy (Hg.)
Nord-Süd-Beziehungen
Kolonialismen und Ansätze zu ihrer Überwindung
16.80 €
220 Seiten
Format: 12x18
Integralband
ISBN: 978385476-170-9
Erschienen: Mai 2006
lieferbar

 

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