Barbara Serloth


Von Opfern, Tätern und jenen dazwischen

Wie Antisemitismus die Zweite Republik mitbegründete

Es stellt sich nicht die Frage, ob es im Österreich der Nachkriegsjahre Antisemitismus gab, sondern welchen Einfluss er auf die Konstruktion der Zweiten Republik hatte. Der aktive und nicht-aktive Antisemitismus der politischen Eliten offenbarte sich in den Willensbildungsprozessen rund um die Entnazifizierung, die widerwillige Restitution oder die nicht erfolgte Einladung zur Rückkehr in die alte Heimat.
Die Autorin macht in diesem Band die politischen Prozesse anhand der stenographischen Protokolle des Nationalrats gut nachvollziehbar. Es zeigt sich deutlich, dass die politischen Eliten Juden nicht als gleichwertigen Teil der Gemeinschaft angesehen haben.
Die neu gesetzten Normen begründeten eine Gesellschaft, in der sich der Nachkriegsantisemitismus in neuem, angepassten und nichtsdestotrotz diskriminierendem und aus grenzendem Gewand zeigte.

PRESSESTIMMEN

» ... Barbara Serloth hat eine umfassende, eindrückliche Studie zum Antisemitismus der Zweiten Republik verfasst; sie hat gezeigt, wie tief und andauernd die Kontinuitäten des Antisemitismus (auch) in Österreich sind und wie selbstverständlich dieser Antisemitismus den Holocaust überlebt hat. ... « Auszug aus Reinhold Gärtners Rezension in der Politischen Vierteljahresschrift PVS, 58.Jg., 2/2017.

»Mit ihrer detailreich recherchierten Publikation ›Von Opfern, Tätern und jenen dazwischen‹ legt die Politologin Barbara Serloth eine ernüchternde Analyse der politischen und gesellschaftlichen Grundlagen der Zweiten Republik vor (...) Die Stunde null, das Jahr 1945, wäre eine einmalige Chance gewesen, eine demokratischere Gesellschaft zu schaffen, die aus den alten Fehlern gelernt und ihre Konsequenzen für die Zukunft gezogen hat. Wie sehr Österreich dies durch das Anknüpfen an die Erste Republik mitsamt ihren Vorurteilen und innerpolitischen Gräben versäumt hat, zeigt dieses Buch allzu klar«, rezensiert Sandra Wiesinger-Stock in der Tageszeitung »Die Presse« vom 18. Februar 2017.

Ausführliche Rezension des Buchs in der Ö1 Sendung Kontext vom 29. Juli.2016. 7 Tage nachhörbar!


Monika Halbinger rezensiert für HAGALIL.com unter dem Titel: "Opfer des Faschismus waren wir alle ... ." Und schreibt weiter "Antisemitismus hat in Österreich eine andauernde Tradition und war schon lange vor dem sogenannten Anschluss von 1938 sowohl auf politischer als auch gesellschaftlicher Ebene weit verbreitet ..."
Frau Halbinger schließt ihre äußerst ausführliche Rezension mit der Konklusio: "Jedem politisch Interessierten, aber auch politischen Funktionär in Österreich kann diese ausgezeichnete Studie, verfasst von einer Mitarbeiterin des österreichischen Parlaments, nur empfohlen werden, auch um ein etwas selbstkritischeres Bewusstsein für den Einfluss des Antisemitismus auf die Konstruktion der 2. Republik zu erhalten.! Veröffentlicht wurde die Rezension am 4. Juli 2016.

Günter Kaindlstorfer rezensiert für die Radiosendung "Andruck - Das Magazin für Politische Literatur" im Deutschlandfunk . Gesendet am 4. Juli 2016. Anmoderation:
Österreich - Antisemitismus als Kontinuum
"In Österreich hat es die politische Rechte seit jeher etwas leichter als in vielen anderen europäischen Ländern. Die Wiener Politikwissenschaftlerin Barbara Serloth legt in ihrem Buch 'Von Opfern, Tätern und jenen dazwischen' eine erhellende Studie dazu vor, wie Österreich auch nach 1945 von antisemitischen Ressentiments geprägt wurde."






Barbara Serloth
Von Opfern, Tätern und jenen dazwischen
Wie Antisemitismus die Zweite Republik mitbegründete
24.90 €
302 Seiten
Format: 13,5x21
englische Broschur
ISBN: 978385476-497-7
Erschienen: März 2016
lieferbar

 

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