Sylvia Köchl


»Das Bedürfnis nach gerechter Sühne«

Wege von »Berufsverbrecherinnen« in das Konzentrationslager Ravensbrück

Die Nazis träumten von einer verbrechensfreien Gesellschaft. Sie zogen Ideen und Dis­kur­se rechtsextremer Kriminalisten heran und konzipierten die »vorbeugende Ver­bre­chens­­bekämpfung«. Sie wollten also Ver­brechen »be­kämp­fen«, bevor sie über­haupt geschahen. Men­schen wurden als »Berufs­ver­bre­che­rIn­nen« klassi­fiziert und in »Vorbeugungs­haft« genommen, das heißt, in einem Kon­zen­tra­tions­lager interniert und mit dem »grünen Win­­kel« gekennzeichnet.
Dieses Buch erzählt die Geschichten von acht »Berufsverbrecherinnen« - vorbestrafte Abtreiberinnen und Diebinnen aus Österreich, die ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurden.
Über diese KZ-Häftlingsgruppe ist bis heute fast nichts bekannt, und von den Opfern existieren keinerlei Selbstzeugnisse. Anhand von Gerichtsakten rekonstruiert Sylvia Köchl die Biografien und arbeitet ein bisher unbekanntes Kapitel der NS-Geschichte auf.

LESEPROBE
Hier können Sie das Inhaltsverzeichnis und den Wegweiser zu Sylvia Köchls Buch lesen.

PRESSESTIMMEN

» ... Köchl engagiert sich seit langem in der österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück. Sie musste die Erfahrung machen, dass die Mythen über die Frauen mit den grünen Winkeln auch bei den ehemaligen politischen Gefangenen und ihren Organisationen bis heute tradiert werden. Köchl widerlegt die Annahme, die sogenannten kriminellen Gefangenen seien zur Spaltung der politischen benutzt worden. ... « schreibt u.a. Peter Nowak in seiner Rezension für die JUNGLE WORLD vom 04.5.2017.

» ... Köchl hat mit ihrer Studie einer kleinen, bis heute weitgehend vergessenen und missachteten Opfergruppe ein Denkmal gesetzt.« schreibt Barbara Distel abschließend in ihrer detailreichen Rezension, erschienen in der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft Heft 4 vom April 2017.

»Frauen, die als ›Kriminelle‹ oder ›Asoziale‹ im Konzentrationslager waren, galten nicht als Opfer des Nationalsozialismus und hatten nach 1945 keinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung wie sie für politische Häftlinge üblich war. Sylvia Köchl plädiert zu Recht - bei aller Unterschiedlichkeit der von ihr vorgestellten Biografien - dafür, alle ehemaligen KZ-Häftlinge als Opfer des Nazi-Regimes anzuerkennen«, schreibt Annette Neumann in der Zeitung Neues Deutschland vom Freitag, 21. April 2017.

Unter dem Titel: Der "falsche" Winkel - Die NS-Verfolgung von "Berufsverbrecher*innen" ist kaum erforscht - und doch hat sie Auswirkungen bis heute erschien am 01.03.2017 im MISSY MAGAZIN ein super Interview von Vina Yun mit Sylvia Köchl.

Elisa Heinrich rezensiert für MALMOE 77 (Winter 2016/17) veröffentlicht am 2. Februar 2017.

"Winkelzüge der NS" lautet der bezeichnende Titel einer ausführlichen Geschichte über "BerufsverbrecherInnen" in KZs, die Frank Nonnenmacher für die Wochenzeitung "FREITAG", vom 2. Februar 2017 verfasst hat.


Vina Yun verfasst eine Rezension für das Missy Magazin 01-2017 und schreibt abschließend: » ...'Das Bedürfnis nach gerechter Sühne', das auf umfassenden Nachforschungen fußt, arbeitet nicht nur ein bisher unbeachtetes Kapitel der NS-Geschichte auf und schafft dafür kritisches Bewusstsein. Es dokumentiert auch - auf äußerst spannende Weise - den langjährigen Rechercheprozess selbst und beschreibt damit auch den gesellschaftlichen Kontext, der ein Nachforschen ermutigt oder behindert und so die Voraussetzungen dafür schafft, wie Erinnern möglich wird.«

Ein ausführliches Interview führte Brigitte Theissl mit Autorin Sylvia Köchl. Es erschien am 4.Jänner 2017 in der Tageszeitung Der Standard .

In der Zeitschrift konkret 1/17 erscheint eine erhellende Rezension von Kirsten Achtelik.

Eine sehr einfühlsame Rezension erschien in der Zeitschrift GID - Gen-ethischer Informationsdient Nr. 239 vom Dezember 2016.

Daniela Koweindl rezensiert für die Zeitschrift Anschläge 8/2016, erschienen im November 2016.


Buchpräsentationen & Lesungen

2017:
Dienstag, 24. Jänner 2017 , 19 Uhr, im Republikanischen Club: Buchpräsentation & Diskussion mit Autorin Sylvia Köchl und Andreas Kranebitter zum Thema: "Berufsverbrecher_innen": Unwürdige KZ-Opfer? .

Montag 6.2.2017 um 19:30 Uhr in Innsbruck, Öffentliche AEP-Frauenbibliothek, Schöpfstraße 19, Innsbruck. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf den Tiroler Berufsverbrecherinnen. siehe AEP homepage .

Freitag, 7.2.2017 um 20:00 Uhr, in Alberschwende im Bregenzer Wald, Vorarlberg, in Kooperation mit der Malin-Gesellschaft.
Olgasaal, Gasthof Taube, siehe Kulturforum Bregenzerwald .

16.3.: "Spielboden" in Dornbirn: Vortrag zum Thema "Abtreibung vor Gericht".
Färbergasse 15 | Rhombergs Fabrik | 6850 Dornbirn. siehe Spielboden .

»Das Buch zeigt, dass weit nach 1945 mit sozialrassistischen Argumenten ›Kriminelle‹ und ›Asoziale‹ von Haftentschädigungen ausgeschlossen wurden und immer noch sind. Umso unterstützungswürdiger ist die Forderung am Schluss des Buches, dass das Entschädigungsgesetz in Österreich für diese Personenkreise zu öffnen ist - auch jetzt noch, und bevor es endgültig zu spät ist«, schreibt Anne Allex in der Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit »express« (11/2016).

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Die Erstpräsentation des Buchs fand am 14.Oktober 2016 in der Buchhandlung Chicklit statt. Weitere Infos dazu unter Chicklit.at . Eine Lesereise führte Sylvia Köchl am 3. November 2016 nach Wels, am 4. November nach Salzburg, am 18. November nach Linz und am 7. Dezember nach Wien in das queer Beisl.





24.90 €
340 Seiten
Format: 13.5x21
englische Broschur
ISBN: 978385476-507-3
Erschienen: September 2016
lieferbar