Mittwoch, 07. Dezember 2016, 19 Uhr


Die "Verbrechensbekämpfung" der Nazis und ihre Opfer

 

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Zeit & Ort:
Mittwoch, 07.12.2016 19:00
W23, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien


Am Beispiel von Biografien österreichischer “Berufsverbrecherinnen” wird ein bisher kaum bekannter Teil der Zeitgeschichte erklärt, nämlich wie Kripo und Justiz im NS-Staat versucht haben, eine “Volksgemeinschaft” ohne Kriminalität zu erschaffen: mit “social profiling”, neuartigen Datensammlungen, Überwachung, Razzien, “vorbeugender” Inhaftierung und KZ-Deportation.
Und wir wollen diskutieren, was danach geschah: Warum gelten die Betroffenen bis heute nicht offiziell als NS-Opfer, selbst wenn sie in einem KZ interniert waren?

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Zum Buch, Infos & Bestellmöglichkeit: http://www.mandelbaum.at/books/764/7683

Die Nazis träumten von einer verbrechensfreien Gesellschaft. Sie zogen Ideen und Diskurse rechtsextremer Kriminalisten heran und konzipierten die "vorbeugende Verbrechensbekämpfung". Sie wollten also Verbrechen "bekämpfen", bevor sie überhaupt geschahen. Menschen wurden als "BerufsverbrecherInnen" klassifiziert und in "Vorbeugungshaft" genommen, das heißt, in einem Konzentrationslager interniert und mit dem "grünen Winkel" gekennzeichnet.
Dieses Buch erzählt die Geschichten von acht "Berufsverbrecherinnen" - vorbestrafte Abtreiberinnen und Diebinnen aus Österreich, die ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurden. Über diese KZ-Häftlingsgruppe ist bis heute fast nichts bekannt, und von den Opfern existieren keinerlei Selbstzeugnisse. Anhand von Gerichtsakten rekonstruiert Sylvia Köchl die Biografien und arbeitet ein bisher unbekanntes Kapitel der NS-Geschichte auf.

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