Stefan A. Marx analysiert die globale Drogenökonomie im Spannungsfeld von Befreiung und Unterdrückung, immer weiter gesteigerter Ausbeutung und Drogenprohibition.
Drogen dienen dabei der Aufrechterhaltung des (Arbeits-)Alltags und bestehender Herrschaftsverhältnisse: Psychopharmaka sollen Schmerzerkrankungen und Depressionen lindern, ohne deren Ursachen zu beheben. Während Tech-Milliardäre ihre Existenz mittels Microdosing und dem Handel auf Kryptomärkten optimieren, bleibt für die Masse der Armen in den Herstellungsländern nur die Narcoculture, geprägt von Ungerechtigkeit und Gewalt.
Wie kann es, angesichts der enormen Produktivität und Ressourcenverfügbarkeit sein, dass weite Teile der Weltbevölkerung immer noch nicht frei sind vom Überlebenskampf? Wie kann es sein, dass der War on Drugs weltweit gegen Bauern und Bäuerinnen sowie Konsument:innen geführt wird, anstatt gegen die Strukturen ihrer Ausbeutung?
REZENSIONEN:
Andre Berreßem rezensiert auf bibliomaniacs.de
"Mit 'Drogen und Kapital' legt Stefan A. Marx ein außergewöhnliches Sachbuch vor, das weit über die klassische Auseinandersetzung mit Drogenpolitik hinausgeht. Wer sich für gesellschaftliche Zusammenhänge, Kapitalismus, soziale Gerechtigkeit und die globale Drogenökonomie interessiert, findet hier eine fundierte, differenzierte und zugleich gut verständliche Analyse. Dieses Buch öffnet den Blick für Strukturen, die im öffentlichen Diskurs oft übersehen werden, und verbindet politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte auf beeindruckende Weise."
Miriam Nichtl rezensiert in prozukunft - Buchmagazin für zukunftsweisende Debatten, 2026/4 auf S.22
"Drogen und Kapital“ von Stefan A. Marx ist ein ungewohnt origineller und kritischer Beitrag zur langwährenden Debatte über den Konsum und die Funktion von Drogen innerhalb kapitalistischer Gesellschaften, die Anwendung von Drogenpolitik und Strafverfolgung sowie dominante Narrative über Produzent:innen und Konsument:innen. Anhand historischer Entwicklungen, aktueller Bezüge und politischer Argumentationen beleuchtet er nicht nur die altbekannten Diskurse rund um Kriminalität, Suchtprävention oder Strafrechtspolitik, sondern zeigt auch, wie eng Gesellschaften mit kapitalistischer Lebensweise durch wirtschaftliche Interessen, ausbeuterische Machtverhältnisse oder Anforderungen und Erwartungen leistungsorientierter Arbeits- und Konsumwelten mit der Welt der Substanzen verstrickt sind"