Der Literaturwissenschafter Thomas Stölting beschäftigt sich in seinem aktuellen Buch „Franco muss vergessen werden“ mit faschistischer Gewalt, historischer Erinnerung und politischer Verantwortung. Indem er die Vor- und Nachgeschichte des Spanischen Bürgerkriegs ausbreitet, wird ein Muster erkennbar, das wir aus heutigen Auseinandersetzungen kennen. Dabei handelt es sich nicht um eine plumpe Wiederholung der Geschichte. Vielmehr tritt gerade in den Unterschieden der gleichbleibende Kern faschistischen Denkens und Handelns umso deutlicher hervor: das strategische Spalten einer Gesellschaft und die Verfolgung derer, die als „anders“ oder „fremd“ markiert und ausgegrenzt werden.
Wie kann eine demokratische Gesellschaft mit diesem Erbe umgehen? Und warum gibt es heute – angesichts zahlreicher Kriege auf der Welt – keine großen, internationalen Solidaritätsbewegungen mehr?
Bruno Kreisky Forum
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