Viktor Lowenfeld und die afroamerikanische Moderne
Der Kunstpädagoge Viktor Lowenfeld lehrte nach seiner Flucht vor den Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten an einem Schwarzen College in Hampton, Virginia, und wurde zu einer wichtigen Persönlichkeit in der Entwicklung des afroamerikanischen Modernismus. Sein antirassistischer Kunstunterricht steht für eine fruchtbare Transkulturation künstlerischer Ideen und pädagogischer Konzepte an der Schnittstelle von jüdischen und Schwarzen Befreiungsbewegungen des 20. Jahrhunderts. Bedeutende afroamerikanische Künstler:innen wie John Biggers und Samella Lewis gingen aus Lowenfelds Klasse hervor, und 1943 wurden Arbeiten seiner Schüler:innen im Museum of Modern Art in New York präsentiert.
Das Buch rekonstruiert Lowenfelds Prägung durch die Kunst des Expressionismus, die jüdische Jugendbewegung in Österreich und seine Arbeit mit Kindern und Blinden im Wien der Zwischenkriegszeit. In theoretischer Hinsicht untersucht es die Position des Kunstpädagogen in den zeitgenössischen Diskursen über die Identität weißer und Schwarzer Moderne in den USA.
Von Christian Kravagna sind im Mandelbaum Verlag auch lieferbar: