Der Spanische Bürgerkrieg und das Erinnern
Thomas Stöltings Essay handelt von faschistischer Gewalt, historischer Erinnerung und politischer Verantwortung. Indem er die Vor- und Nachgeschichte des Spanischen Bürgerkriegs ausbreitet, wird ein Muster erkennbar, das wir aus heutigen Auseinandersetzungen kennen. Dabei handelt es sich nicht um eine plumpe Wiederholung. Vielmehr wird in den Unterschieden der gleichbleibende Kern faschistischen Denkens und Handelns umso deutlicher: das strategische Spalten einer Gesellschaft und die Verfolgung derer, die als „anders“ oder „fremd“ markiert und ausgegrenzt werden. Am Beispiel Franco-Spaniens wird deutlich, wer die Gewalt forcierte und strategisch vorantrieb, warum eine historisch-kritische Aufarbeitung unverzichtbar ist, wie sie gelingen kann und was daraus zu lernen ist.
Wolfgang Benz über das Buch:
„Ein Lehrstück über die Zerstörung der Demokratie. Thomas Stölting beschreibt Ursprünge, Entwicklung und Folgen des spanischen Faschismus sowie die Komplizenschaft der Nationalsozialisten. Angesichts des weltweiten Rechtsrucks ist die spanische Erfahrung bedrückend aktuell. Seine Analyse zeigt, welche Bedrohung des demokratischen Systems von Populisten und Demagogen ausgeht, die nach unkontrollierter, menschenfeindlicher Macht streben.“
(Wolfgang Benz ist emeritierter Professor für Zeitgeschichte an der TU Berlin und Gründer des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung)