Nur etwa 15 % der Menschen in Deutschland bezeichnen sich heute noch selbst als „Arbeiter*innenklasse“. „Im geschichtslosen Raum neoliberaler Selbstverwirklichung musst du deine soziale Herkunft hinter dir lassen“ kritisieren die Autorinnen Karolina Dreit und Kristina Dreit.
Warum ist es so schwer, über Klasse zu sprechen, und welche Verbindungen entstehen, wenn man es dennoch tut? Diesen Fragen geht das Buch Working Class Daughters. Über Klasse sprechen nach. Die Autorinnen entwickeln darin eine Reihe von „Gesprächen am Küchentisch“, in denen Arbeit, Migration, Queerness, Klassismus im Kunst- und Kulturbereich, Erfahrungen des Klassenwechsels sowie Fragen nach Widerstand und Sorge miteinander verwoben werden. Persönliche Geschichten verbinden sich dabei mit strukturellen Fragen von Klasse in unserer Gegenwart.
Im Rahmen des Mai-Schwerpunkts „Solidarität, Klasse und Bewusstsein“ bringt die performative Lesung jene Stimmen auf die Bühne und eröffnet einen Raum, in dem über Klasse gesprochen werden kann – nicht als individuelle Schamgeschichte, sondern als gemeinsame gesellschaftliche Erfahrung.
Vortrag und Buchpräsentation
Präsentation des Buches Seismograph und Impulsgeberin. Die Katholische Sozialakademie Österreichs 1958–2021und Podiumsgespräch mit verschiedenen Referent/inn/en und ehemaligen Teilnehmer/inne/n an den Kursen der Sozialakademie
Josef P. Mautner stellt die Arbeit der KSOE von ihrer Gründung bis zum Ende der bisher bestehenden KSOE mit dem sogenannten „Relaunch” 2021 vor. Zukunftsperspektiven „von außen” bieten einen Ausblick auf gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen.
Am 1. April 2021 begann die Ära des Mandelbaum Verlags als Genossenschaft im Eigentum der Mitarbeiter:innen. Wir können es fast nicht glauben – so schnell ist die Zeit vergangen. Und wir freuen uns über fünf Jahre kollektives Arbeiten! Feiern werden wir dieses Jubiläum gemeinsam mit dem 30. Verlags-Geburtstag im Herbst. Wir möchten uns auf diesem Weg ganz besonders bei Rückenwind, unserem Dachverband für die tolle Unterstützung bedanken!
Autorin Brigitte Rath im Gespräch mit Anna Katharina Laggner über ihr Buch: Frei denken, frei leben. Olga Misař Aktivistin . Pazifistin . Feministin
Am Dienstag, 12. Mai 2026, Einlass 19 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr
RundPunkt 11 (vormals Aktionsradius Augarten)
Gaußplatz 11, 1200 Wien
Olga Misař gehörte zu den politisch aktivsten Frauen ihrer Zeit – nicht nur in Österreich, sondern auch international. 1919, bei den ersten österreichischen Wahlen, an denen Frauen teilnehmen durften, kandidierte sie für die Demokratische Mittelstandspartei, die den Einzug ins Parlament allerdings verfehlte. Als Journalistin, Schriftstellerin und Aktivistin war sie öffentlich präsent.
Wie jedes Jahr werden auch 2026 unabhängige und kleine Verlage aus Wien und dem deutschsprachigen Raum vorgestellt. Diese sind eingeladen, ihr Sortiment an alternativen, gesellschafts- und sozialkritischen Büchern zu präsentieren. Politische Initiativen, die Zeitschriften und Broschüren herausgeben, sind ebenso immer vertreten.
Ein ansprechendes Rahmenprogramm mit Lesungen, Buchpräsentationen und Gesprächen – alles bei freiem Eintritt! – bringt interessierte BesucherInnen, AutorInnen und VerlegerInnen in solidarischer Atmosphäre in Kontakt.
Freitag, 15. Mai: 14–20 Uhr
Samstag, 16. Mai: 12–18 Uhr
Sonntag, 17. Mai: 12–18 Uhr
Veranstaltungsort der Buchmesse:
KunstSozialRaum Brunnenpassage
Brunnengasse 71 / Yppenplatz, 1160 Wien
34 teilnehmende Verlage und Initiativen. 15 Lesungen im Rahmen der Messe.
Autor Stefan Marx liest aus seinem neuen Buch "Drogen und Kapital" am Sonntag, den 17. Mai um 17 Uhr.
Autor Stefan A. Marx präsentiert sein Buch "Drogen und Kapital", in welchem er die globale Drogenökonomie im Spannungsfeld von Befreiung und Unterdrückung analysiert. Im Gespräch mit Alex Soliman beleuchtet er historische Entwicklungen, ökonomische Interessen und politische Verflechtungen – und diskutiert, welche Rolle Drogenmärkte in gegenwärtigen Machtstrukturen spielen. Im Anschluss besteht Gelegenheit für Fragen und Austausch.
Wo: Thalia Wien - Mariahilferstraße
Wann: 20. Mai 2026 ab 19 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Goldy Parin-Matthèy und Marie Langer
Unter den über 1.400 Freiwilligen aus Österreich auf der Seite der Spanischen Republik (1936-39) befanden sich auch 34 Frauen, die vor allem – aber nicht nur – im Sanitätsdienst der Internationalen Brigaden tätig waren.
In zwei aktuellen Büchern über die aus Graz stammende Goldy Matthèy bzw. von der aus Wien stammenden Marie Langer werden die Wege dieser beiden Spanienkämpferinnen nachgezeichnet.
In beiden Büchern wird neben deren Sozialisation und ihrem politischen Engagement nicht nur im Spanischen Bürgerkrieg, sondern auch danach auch auf ihre Tätigkeit als Psychoanalytikerinnen in Westafrika bzw. Lateinamerika eingegangen.
Gabriele Anderl stellt ihr Buch "Jüdisches Leben in Wien Landstraße" im Gespräch mit Robert Graham Knight vor.
Donnerstag, 28. Mai 2026 um 18:30 Uhr
Museum Dorotheergasse
Einlass 18:00 Uhr
Eintritt frei, Anmeldung erbeten
Wie hängen Gedichte und Geschichten mit den Geistern der Geschichte zusammen? Wie kann der Kampf für ein besseres Leben erzählt und bedichtet werden?
Lukas Meisners Eltern flohen 1989 aus der DDR in die BRD. Die Familiengeschichte wird ihm zum Ausgangspunkt schonungsloser Selbstbefragung. In seinem Buch »Fluch(t). Die Sintflut heißt Westen« (Mandelbaum, 2025) verbindet sich Biografie, intergenerationale Traumata und gesellschaftskritische Analyse. Meisner erzählt und argumentiert gegen das hegemoniale Erfolgsnarrativ, der Fall der Mauer habe dem Osten die Freiheit gebracht.
Mesut Bayraktar geht in seinem Gedichtband »Linke Melancholie« (Autumnus, 2025) der Frage nach, wie arbeitende Körper und linke Bewegungen mit Verlust, Scheitern und Hoffnung umgehen – und welche Formen von Utopie und Widerstand aus der Melancholie entstehen können.
Anhand von Textausschnitten und Gedichten sprechen Lukas Meisner und Mesut Bayraktar an dem Abend über jene Geister und Gedichte zwischen Traumata und Gewalt, zwischen Fluch(t) und Melancholie.
Tickets: 7,- / ermäßigt 5,- an der Abendkasse
Im Ö1-Radiokolleg des Österreichischen Rundfunks wurde in der ersten Märzwoche eine Reihe von Portraits von »Spanienkämpferinnen«, also von Frauen, die bei den Interbrigadist:innen im Spanischen Bürgerkrieg waren, gesendet. Darunter auch Goldy Parin-Matthèy. Die Schriften der bekannten Psychoanalytikerin – zusammen mit Beiträgen zu ihrer Biographie – erschienen im Herbst 2025 im Mandelbaum Verlag.
Die Sendung können Sie hier nachhören.
Die Ausstellung „Ich bin Ruth. Das kurze Leben der Ruth Maier“ findet in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) von 18. September 2025 bis 15. Oktober 2026 im Äußeren Burgtor der Wiener Hofburg am Heldenplatz statt.